Über dieses Werkzeug

Zweck

PANO beantwortet zwei Fragen, die beim Abarbeiten einer Deep-Sky-Wunschliste untergehen: Was ist heute Nacht am Himmel los, und wann lohnt sich ein Planet überhaupt? Wer die Kulminationszeit eines Ereignisses kennt, kann seine laufende Aufnahmeserie rechtzeitig unterbrechen.

Zielgruppe

Astrofotografinnen und Astrofotografen, die überwiegend Deep-Sky arbeiten und Planeten sowie seltene Ereignisse mitnehmen wollen, ohne sie zu verpassen.

Eingaben

Standort (Ortssuche oder eigene, im Browser gespeicherte Standorte) und Datum. Es werden keine Daten an einen Server übertragen.

Ausgaben

Je Planet Kulminationszeit, Höhe über dem Horizont, Luftmasse, scheinbarer Winkeldurchmesser, Helligkeit, Phase und Sonnenabstand. Dazu die Ereignisse der Nacht: Durchgänge, Schattendurchgänge, Verfinsterungen und Bedeckungen der vier großen Jupitermonde, Bedeckungen und nahe Begegnungen des Mondes mit hellen Sternen, Sternhaufen und allen Planeten, Mond-Mehrplanetengruppen sowie Bedeckungen von Jupiter und den galileischen Monden. Gleichzeitige Mond- und Schattendurchgänge, Doppel- und Dreifachschatten sowie der Große Rote Fleck zusammen mit Mond oder Schatten werden als besondere Jupiter-Ereignisse zusammengeführt. Für Mars nennt PANO Aufnahmefenster, in denen markante Albedostrukturen am Zentralmeridian stehen. Ebenfalls gemeldet werden Begegnungen eines Planeten mit einem Deep-Sky-Objekt: 37 kuratierte Ziele innerhalb von 8° ekliptikaler Breite — weiter entfernte kann kein Planet erreichen —, wahlweise bis 1°, 2° oder 5° Abstand, weil hier das Bildfeld entscheidet und nicht die Physik. Am Mond selbst berechnet PANO die drei bekannten Terminator-Motive Lunar X, Lunar V und Goldener Henkel: Maßgeblich ist die Sonnenhöhe über dem Motiv selbst, nicht die üblicherweise publizierte Kolongitude — sie unterschlägt die Breite des Subsolarpunkts und liegt dadurch bis zu anderthalb Stunden daneben. Angegeben werden das ganze geometrische Fenster und der am Standort beobachtbare Teil davon. Der Monatskalender zeigt für den gewählten Planeten dessen Zeitfenster über einer einstellbaren Mindesthöhe (10°, 15°, 20° oder 30°; Vorgabe 20°) und markiert Ereignisse. Erreicht der gewählte Planet diese Höhe im ganzen Monat nicht, nennt eine Zeile über dem Kalender Höchststand, Sonnenabstand und den Termin, ab dem er wieder nutzbar ist. Der Kopfbereich schaltet zwischen zwei Ansichten um: Nacht beantwortet „was ist in dieser Nacht dran“ mit Kalender, Ereignissen, und Höhenverlauf; Planet stellt einen einzelnen Körper in den Vordergrund und nennt für den Höchststand der gewählten Nacht Höhe, Sichtbarkeitsfenster, Auf- und Untergang, scheinbaren Durchmesser, Helligkeit, Beleuchtung, Sonnenabstand, Entfernung samt Lichtlaufzeit und Luftmasse. Dort trägt jeder der acht Körper genau eine Systemansicht in derselben Darstellung: vergrößerte Scheibe mit geometrisch gerechnetem Terminator, Achslage und — wo vorhanden — Ringen. Alle fünf Planeten mit Monden bekommen zusätzlich eine Bahnebenen-Grafik und eine Kontakt-Zeitleiste und lassen sich über die Nacht abspielen: Jupiter mit den vier galileischen Monden und dem Großen Roten Fleck, Mars mit den Leitstrukturen am Zentralmeridian und im Expertenmodus Phobos und Deimos, Saturn mit Titan, Rhea und Iapetus, Uranus mit Titania und Neptun mit Triton — die drei äußeren aus eigens gebauten Tabellen der JPL-Kernel SAT441, URA111 und NEP097. Mond, Merkur und Venus haben keinen Zeitschieber, weil sich dort ohne Monde innerhalb einer Nacht nichts sichtbar bewegt. Dazu je Planet ein Steckbrief mit festen Kennwerten und das Apparitionsdiagramm: 15 Jahre scheinbarer Durchmesser über der Kulminationshöhe am Standort, mit Termintabelle und dem jeweils begrenzenden Faktor. In der Planet-Ansicht stehen außerdem die kommenden Deep-Sky-Begegnungen des gewählten Planeten für fünf Jahre. Eine eigene, ausklappbare Kachel unter dem Standort kann gezielt nach Highlights suchen: seltenen Jupiter-Mehrfachereignissen, extrem engen Planetenkonjunktionen, Dreifach-Konstellationen, Planetenbedeckungen durch den Mond und Planeten, die innerhalb der Ausdehnung eines Deep-Sky-Objekts stehen.

Standard und Experte

Der Umschalter oben rechts trennt nach Ausrüstung. Standard zeigt die Ereignisse, die sich mit üblicher Deep-Sky-Ausrüstung fotografieren lassen: Mondbedeckungen und nahe Begegnungen heller Sterne, Sternhaufen und Planeten, Mond-Planetengruppen, Konjunktionen, Begegnungen mit Deep-Sky-Objekten, die Mondmotive am Terminator und die zusammengeführten besonderen Jupiter-Ereignisse. Experte ergänzt die Einzelereignisse der Jupitermonde, die Mars-Rotationsfenster sowie alle technischen Genauigkeitsangaben. Der Datenstand des GRS-Modells ist über die rote Badge in beiden Modi erreichbar. Die Wahl wird im Browser gespeichert und kann als ?mode=expert beziehungsweise ?mode=simple verlinkt werden.

Grenzen

PANO ist ein Planungswerkzeug, kein Timing-Werkzeug. Zeitangaben sind auf Minuten gedacht und tragen eine ausgewiesene Marge. Wer Bedeckungen zeitlich vermisst, verwendet die Vorhersagen der IOTA beziehungsweise Occult.

Die Bewertung eines Termins wird nicht zu einer Note verrechnet. Es werden die einzelnen Faktoren genannt, die Abwägung bleibt beim Leser. Die Beobachtungsqualität hängt zusätzlich vom Seeing ab, das sich nicht vorausberechnen lässt. PANO kennt außerdem kein lokales Horizontprofil, kein Mondrandprofil und kein konkretes Kamera-/Bildfeld. Kometen und Asteroiden sind nicht enthalten, weil ihre Bahnelemente laufend gepflegt werden müssten.

Quellen

Ephemeriden und IAU-Rotationsmodell: astronomy-engine. Mars-Nomenklatur: IAU/USGS Gazetteer of Planetary Nomenclature. Ortsdaten: GeoNames. Sternpositionen und Helligkeiten: SIMBAD. Die Rechnung ist gegen publizierte Werte stichprobenartig geprüft; die dabei gemessenen Abweichungen stehen an den jeweiligen Angaben.

Datenschutz

Alle Berechnungen laufen im Browser. Es gibt kein Backend, keine Anmeldung, keine Cookies und keine Weitergabe von Standortdaten. Eigene Standorte werden ausschließlich lokal im Browser gespeichert.